Kurt Wedel ist Chief Revenue Officer bei MaxVal und seit über 20 Jahren im Bereich IP-Software und -Dienstleistungen tätig. Wir haben uns kürzlich mit ihm zu einem Gespräch über die Entwicklung des IP-Softwaremarktes, die Herausforderungen für IP-Abteilungen und darüber, was er als das "nächste große Ding" sieht, zusammengesetzt.
F1: Können Sie uns etwas über Ihren Hintergrund erzählen und darüber, was Sie seit mehr als 20 Jahren in der IP-Branche hält?
Ich begann meine Karriere in der Werbung in New York, wo ich als "AdMan" unter einem Drill-Sergeant eines Chefs unschätzbare Fähigkeiten erlernte. Von der Leitung von Kundengesprächen bis hin zur Beherrschung praktischer Schreib- und Hörfähigkeiten – ich habe in diesem Job mehr praktisches Wissen gelernt als in meinen vier Jahren bei Vassar als Hauptfach Englisch. Das Verfassen von Anrufberichten unterstrich die Bedeutung des Zuhörens und der prägnanten Kommunikation, insbesondere bei der Dokumentation von Kundengesprächen, die heute oft unterschätzt wird. Mein Weg in den IP-Sektor war ungeplant, denn ich begann nach meiner Zeit bei Netscape bei einer Domain-Management-Firma für Unternehmen. Lustige und intelligente Menschen, vor allem auf der Kundenseite, machten die Arbeit angenehm und ansprechend. Und wie die meisten meiner Kollegen zustimmen würden, ist die Arbeit im Bereich IP nie langweilig oder vorhersehbar – und das war ein großer Teil dessen, warum ich so lange im IP-Bereich geblieben bin.
F2: Wie hat sich der Markt für IP-Software in den letzten 20 Jahren verändert?
In den letzten 20 Jahren haben die IP-Abteilungen einen Zustrom von Einzellösungen erlebt, die jeweils auf bestimmte Aspekte des IP-Managements zugeschnitten sind. Diese spezialisierten Tools bieten zwar einen taktischen Nutzen, führen aber aufgrund ihrer Uneinheitlichkeit zu Problemen bei der Integration und Datenkonsistenz sowie zu Ineffizienzen. Die Schwierigkeiten bei der Verwaltung komplexer IP-Portfolios erfordern eine nahtlosere Lösung, die die Abläufe rationalisiert und den mit der Verwendung mehrerer Systeme verbundenen Aufwand reduziert.
Und obwohl es eine Vielzahl hocheffektiver Lösungen zur Automatisierung des gewerblichen Rechtsschutzes gibt, sträubt man sich gegen die Abkehr von veralteten Methoden und Prozessen. Vor mehr als drei Jahrzehnten, als ich bei Oracle war, haben wir die Workflow-Software perfektioniert - und doch verwaltet die Rechtsbranche die meisten ihrer Aufgaben immer noch per E-Mail, was wahrscheinlich das ineffektivste Prozessmanagement-Tool überhaupt ist. Die Angst vor Veränderungen in den Rechtsabteilungen des gewerblichen Rechtsschutzes behindert die breite Einführung effizienter Technologien, aber die Anbieter sind mitverantwortlich für die mangelnde Akzeptanz, da wir den Wandel erschweren. Ich bin fest davon überzeugt, dass KI dazu beitragen wird, die Einführung von Technologien zu erleichtern.
F3: Welches sind die größten Herausforderungen, denen sich die IP-Abteilungen von Unternehmen und Anwaltskanzleien heute gegenübersehen?
Wie bereits erwähnt, ist eine der größten Hürden die Einführung von Technologien. Die Menschen tun sich im Allgemeinen schwer mit Veränderungen, und im Bereich der Verwaltung von geistigem Eigentum ist dies besonders offensichtlich - was zum großen Teil auf die Abneigung gegen Risiken zurückzuführen ist. Allerdings sind die jüngeren Generationen eher bereit, Technologien anzunehmen und zu nutzen, so dass sich die Dinge langsam ändern.
Darüber hinaus ist die KI auf dem Vormarsch und wird die Arbeitsweise der IP-Abteilungen bald radikal verändern.
F4: Worauf sollten IP-Fachleute bei der Auswahl eines IP-Management-Systems achten?
Bei der Auswahl eines IP-Managementsystems sollten sich Fachleute auf ihre spezifischen Bedürfnisse und Ziele konzentrieren und eine Lösung finden, die diesen Zielen entspricht. Sicher, das klingt einfach, aber die Herausforderung besteht oft darin, sich diese Ziele vor dem Hintergrund einer anderen oder ungewohnten Arbeitsweise vorzustellen. Daher ist es wichtig, ein System auszuwählen, das nicht nur den aktuellen Bedürfnissen entspricht, sondern sich auch an künftige Anforderungen und Möglichkeiten anpassen lässt.
F5: Wohin wird sich der Markt Ihrer Meinung nach in den nächsten 5 Jahren entwickeln?
Die Zukunft des IP-Managements ist eindeutig mit KI verbunden. Die Technologien der künstlichen Intelligenz reifen und werden die Landschaft dominieren. Sie bieten neue Möglichkeiten und Effizienz, die bisher in diesem Sektor unvorstellbar waren. Diese Entwicklung verspricht eine Neudefinition der Praxisstandards im IP-Management und macht es zu einem spannenden Feld, das es zu beobachten gilt.


